Renault Clio · Mégane

Renault: warum hier gesägt statt gebohrt wird

Bei Renault gilt eine Besonderheit, die viele überrascht: Die Abreißschraube wird angesägt, nicht geschlagen und nicht gebohrt. Wer das nicht weiß, macht die Sache schlimmer.

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Von Rainer Bartels · Kfz-Mechaniker & Flugzeugtechniker, über 30 Jahre Erfahrung mit Fahrzeugschließsystemen

Welches Profil in Ihrem Renault steckt

NEIMAN — bei Clio I und II, Mégane, Scénic, R19, Espace II, R9 und R11 (1981–1989), Super 5 (1984–1996) und Express (1985–1998).

Neiman ist eigentlich ein Herstellername: Das Unternehmen hat das Lenkradschloss mit integriertem Zündschalter erfunden, weshalb in Frankreich bis heute jedes Zündschloss „Neiman" heißt. Im Profil-Finder gleichen Sie Ihr Modell ab.

Was Renault-Fahrer zuerst bemerken

Bei Renault beginnt es meist damit, dass der Schlüssel schwergängig wird. Erst nur morgens, dann öfter, irgendwann immer.

Ein Bild, das bei Renault besonders häufig auftritt: Die Lenkradsperre rastet ein, obwohl der Schlüssel steckt. Dazu gibt es einen eigenen Ratgeber — Renault: TÜV wegen Lenkradsperre nicht bestanden.

Wenn sich der Schlüssel schließlich gar nicht mehr drehen lässt, ist das kein Grund zum Abschleppen: Das Schloss lässt sich trotzdem ausbauen.

Die Renault-Besonderheit beim Ausbau

Das Zündschloss ist mit einer Abreißschraube geklemmt, deren Kopf im Werk abgedreht wurde. Bei Honda und Opel wird so ein Stumpf mit Körner und Hammer losgeschlagen oder abgebohrt.

Renault sieht etwas anderes vor: Mit einer feinen Metallsäge wird ein Schlitz in den Stumpf gesägt. Dann greift ein breiter Schlitzschraubendreher, und die Schraube lässt sich ganz normal herausdrehen.

Wer stattdessen schlägt oder bohrt, riskiert das Gewinde im Lenkrohr. Die drei Methoden im Vergleich stehen unter Abreißschrauben lösen.

Beim Clio III wird es aufwendiger

Anders als bei vielen Fahrzeugen muss beim Clio III der Fahrerairbag heraus und das Lenkrad ab. Das Airbagsystem wird vorher mit dem Diagnosegerät deaktiviert, danach der Lenkwinkelsensor neu angelernt.

Ohne Diagnosegerät lässt sich die Arbeit nicht sauber abschließen — das ist ein Fall für die Werkstatt, nicht für die eigene Einfahrt. Beim Einbau ist außerdem eine neue Lenkradschraube vorgeschrieben.

Die vollständige Werkstattanleitung geben wir an Fachbetriebe heraus, siehe Renault Clio III: Zündschloss ausbauen.

Fahrzeuge mit schlüssellosem Zugang

Dort sitzt statt des mechanischen Schlosses ein Steuergerät für die elektronische Lenksäulenverriegelung. Ein Zündschloss im klassischen Sinn gibt es nicht — wir reparieren ausschließlich mechanische Schlösser.

Wenn Ihr Renault einen Startknopf hat und der Schlüssel in der Tasche bleibt, rufen Sie bitte an, bevor Sie etwas ausbauen.

Wenn die Lenkradsperre den TÜV kostet

Ein häufiges Bild bei Renault: Die Lenkradsperre rastet ein, obwohl der Schlüssel noch steckt. Das ist nicht nur lästig, sondern ein Mangel bei der Hauptuntersuchung — dazu gibt es einen eigenen Ratgeber: Renault: TÜV wegen Lenkradsperre nicht bestanden.

Reparatur statt Neuteil

Wir zerlegen den Zylinder, vermessen die verschlissenen Teile und bauen ihn mit neu gefertigten Komponenten auf. Ihr vorhandener Schlüssel passt danach weiterhin. Die Wegfahrsperre bleibt unberührt.

Bei älteren Renault-Baureihen ist das oft der einzige Weg, weil Neuteile nicht mehr lieferbar sind. Verschlissene Teile fertigen wir auf unseren CNC-Maschinen selbst nach.

Was Sie zum Einsenden brauchen, steht unter Versand. Legen Sie Ihren Schlüssel ins Paket — ohne ihn können wir nicht arbeiten.

Auch für Dacia

Dacia gehört zu Renault und teilt sich viel Technik. Logan und Sandero (2004–2012) nutzen das Profil VAC102, die aktuellen Baureihen ab 2012 — Dokker, Lodgy, Duster — HU136 oder HU179T. Zur Dacia-Seite.

Renault-Zündschloss defekt?

Rufen Sie an — wir klären, ob Ihr Modell die mechanische Bauart hat.

04953 7082374