Ford Transit

Ford Transit: das Tibbe-Schloss und seine Tücken

Steht der Transit, steht der Auftrag. Beim Ford sitzt oft ein Tibbe-Schloss — ein seitlich gefrästes Profil, an dem viele Anbieter passen müssen.

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Von Rainer Bartels · Kfz-Mechaniker & Flugzeugtechniker, über 30 Jahre Erfahrung mit Fahrzeugschließsystemen

Welches Schloss steckt in Ihrem Transit?

Das hängt am Baujahr, und der Unterschied ist erheblich:

Transit bis etwa 2007: Tibbe-Profil. Der Schlüssel ist nicht seitlich gezackt, sondern rund mit Einfräsungen an der Flanke. Dasselbe Profil findet sich bei Escort, Fiesta, Courier, Focus I, C-Max und Mondeo bis 2007.

Transit ab 2014 und Transit Custom ab 2012: HU101 — ein konventionelles Wendeschlüsselprofil. Auch der Transit Connect von 2002 bis 2013 und die Fiesta ab 2011 nutzen es.

Welches Profil bei Ihnen verbaut ist, sehen Sie am Schlüssel selbst. Im Profil-Finder können Sie es abgleichen.

Woran Sie merken, dass es soweit ist

Beim Transit beginnt es fast immer gleich: Der Schlüssel hakt beim Drehen, mal mehr, mal weniger. Wer täglich damit fährt, gewöhnt sich daran und dreht automatisch fester.

Später kommt dazu, dass der Schlüssel nur noch in einer bestimmten Position greift. Man muss ihn leicht anheben oder ein Stück zurückziehen, dann geht es. Auch das gewöhnt man sich an.

Der Punkt, an dem es ernst wird: Der Schlüssel dreht nicht mehr — und der Transporter steht mit voller Ladung.

Warum das Tibbe-Schloss Ärger macht

Beim Tibbe-System sitzen die Zuhaltungen als Scheiben im Zylinder, der Schlüssel dreht sie beim Einstecken in Position. Das Prinzip ist robust — aber wenn die Scheiben und ihre Führungen einmal Spiel haben, wird das Drehen zunehmend schwergängig.

Typischer Verlauf: Erst muss der Schlüssel etwas gewackelt werden, dann geht er nur noch in einer bestimmten Stellung, irgendwann gar nicht mehr. Wer das früh bemerkt, kommt günstiger davon als jemand, der wartet, bis das Fahrzeug steht.

Dazu kommt beim Nutzfahrzeug die Belastung: Ein Transit wird am Tag deutlich häufiger auf- und zugeschlossen als ein Privatwagen. Der Zylinder sieht in einem Jahr, was ein PKW in dreien sieht.

Neuteil oder Instandsetzung?

Beim Transit kommt zum reinen Teilepreis die Standzeit dazu. Ein Fahrzeug, das drei Tage auf einen Liefertermin wartet, kostet mehr als das Schloss.

Wir setzen das vorhandene Schloss instand: Der Zylinder wird zerlegt, vermessen und mit neu gefertigten Teilen aufgebaut. Ihr Schlüssel passt danach weiterhin — kein neuer Schlüssel, keine Umprogrammierung, die Wegfahrsperre bleibt unberührt.

Verschlissene Teile fertigen wir auf unseren CNC-Maschinen selbst nach. Gerade bei älteren Transit-Baureihen ist das oft der einzige Weg, weil Neuteile schlicht nicht mehr lieferbar sind.

Wenn der Schlüsselbart abgenutzt ist

Beim Tibbe-Schlüssel nutzen sich die Fräsungen an der Flanke mit den Jahren ab. Dann liegt der Fehler nicht am Schloss, sondern am Schlüssel — erkennbar daran, dass der Zweitschlüssel noch sauber dreht.

Wir fräsen Schlüsselbärte neu. Mehr dazu steht unter Autoschlüssel nach Code anfertigen.

Ausbau: worauf Sie achten müssen

Das Zündschloss ist mit Abreißschrauben am Lenkrohr geklemmt. Deren Köpfe wurden im Werk abgedreht, damit niemand das Schloss einfach abschraubt. Wie man sie löst — losschlagen, abbohren oder ansägen — steht im Ratgeber Abreißschrauben lösen.

Vor jedem Handgriff: Zündung aus, Minuspol abklemmen, mindestens drei Minuten warten. Sie arbeiten im Bereich der Airbagleitungen.

Bauen Sie das komplette Schloss aus und lassen Sie den Schließzylinder darin. Den öffnen wir selbst — er ist mit einem Spannstift gesichert, der am Fahrzeug schwer sauber herauskommt.

Auch für andere Transporter

Was für den Transit gilt, gilt ähnlich für Fiat Ducato (Profil SIP22), Mercedes Sprinter und Vito älterer Baureihen sowie den Iveco Daily. Bei allen ist die Standzeit das eigentliche Kostenrisiko, nicht das Bauteil.

Transit steht?

Rufen Sie an — wir sagen Ihnen, ob sich die Instandsetzung lohnt und wie schnell es geht.

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